Studienportal Wirtschaftsingenieurwesen

„Planspielen“ – oder das echte Leben

Studiernde beim Planspiel

Der Mönchshof, ein Ort der in keinem Navigationssystem zu finden ist, war auch dieses Jahr wieder Ziel der WIW-Erstsemestler. Das dort stattfindende Planspiel sollte neben der unterhaltsamen Suche nach dem Veranstaltungsort noch andere Herausforderungen bieten…! Eine der Ersten war, die Zusammenhänge eines komplexen Planspiels, bestehend aus mehreren Konkurrenzunternehmen und schwankenden Marktverhalten, zu verstehen. Um dies zu einem gewissen Grad zu gewährleisten und denjenigen, welche die vorher ausgehändigten Unterlagen nur „quasi“ durchgearbeitet haben, noch eine Chance zu geben, erarbeiteten wir zunächst in „Expertengruppen“ die Einzelnen Inhalte der verschiedenen Fachbereiche des Planspiels.

Aufgabenstellung: Übernahme der Vorstandsposten einer Firma und auf Grundlage der gegebenen Produktionsmittel, Finanzen und Marktberichten die Firma am Markt gegen die Konkurrenz postieren.

Nach kurzem Präsentieren der Themengebiete vor dem Plenum, wurden ganz unbürokratisch durch abzählen der Köpfe in den Expertengruppen die Teams bzw. Firmen gebildet. Dadurch befand sich nun in jeder Firma ein Experte des jeweiligen Fachbereichs, so dass jede Firma auf fähige, solide ausgebildete Mitarbeiter vertrauen konnte. Aber wie das nun mal mit der Theorie und Praxis so ist, mussten wir feststellen, dass auch hier Theorie alleine nicht alles ist. Nun konnte es zwar losgehen…aber letztendlich blieb die Frage „Wie beginnen, wo anfangen?“, in den einzelnen „Vorstandsbüros“ stehen.

Was sollen uns die Zahlen und Fakten über den Zustand der frisch übernommenen Firma und der aktuellen Marktsituation sagen? Wie mit ihnen arbeiten und deren Aussagekraft beurteilen?

Planspielgruppe am Laptop

Die meisten Firmen entschlossen sich ihre revolutionären Ideen, mit denen man gleich von Beginn an die Konkurrenten zu Opfern degradieren wollte, möglichst lang und heftig zu diskutieren. Anschließend galt es dann also „nur noch“ diese Strategien durchzurechnen und die Finanzierung sicher zu stellen……was sich bei einigen Firmen als durchaus schwierig herausstellen sollte, besonders wenn sich die errechneten Marktanteile nicht mit der Realität deckten und die Selbstkostenrechnung auch nur bedingt korrekt war. Und so wurde bei einigen aus dem Planspiel ein „Plan raten“. Natürlich gab es auch von Anfang an gut organisierte Teams, die mit langfristigen Strategien, enger Kalkulation und solider Finanzierung große Marktanteile gewinnen konnten.

Gute Organisation war auch das Motto der Abendgestaltung – sofern man nicht schon nach 2 Stunden auf dem Trockenen sitzen wollte.

Man sollte sich an dieser Stelle nochmals die sehr ablenkungsarme, idyllische und vor allem tankstellenfreie Lage des Schullandheims zurück ins Gedächtnis rufen.

Der erste Abend gestaltete sich in etwa so:

  • Kurze Diskussion über das Planspiel
  • Längere Diskussion über „diverse Lebensmittel“ und der Reichweite ihres Vorrats
  • Feststellen, dass ,am aus guten alten Klassenfahrtzeiten noch nicht viel gelernt hat
  • diverse Gemeinschaftsbeschäftigungen. Hier sei am Rande die eine, mehr oder weniger kleine, jedoch sehr stimmungsvolle (wie noch im nächsten Ort zu hören war…) Polonaise erwähnt. Zugegebenermaßen zu später Stunde mit dem Zweck den einen oder anderen noch mal zu „motivieren“

Es kam wie es kommen musste, der Dienstagmorgen war da und eine verschwommene neue Periode im Planspiel begann. Trotz der, inzwischen sehr unterschiedlichen, Finanz- und Erfolgslage der einzelnen Unternehmen - von fast pleite bis zum Marktbeherrscher war alles vertreten – fand jedes Team allmählich zu einem soliden Konzept und zog Konsequenzen aus den Fehlern des ersten Tages. Als dann leider doch die erste Firma am 2. Spieltag insolvent war, wurden deren Vorstandsmitglieder auf die anderen Firmen aufgeteilt, und die jeweiligen Vorstandsvorsitzenden der bereits existierenden Firmen übernahmen zusammen eine neue „Allstar - Firma“.